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ÖPP im Gesundheitswesen

Lebenszykluskennwerte für ein Benchmarking im Krankenhausbereich

Öffentlich-Private Partnerschaften verfolgen das Ziel, die Wirtschaftlichkeit von Infrastrukturprojekten zu steigern. Um diese Zielsetzung zu fördern, ist beabsichtigt, die vielfältigen Erfahrungen der Bewirtschaftung aus konventionellen und ÖPP-Hochbauprojekten im Gesundheitswesen systematisch zu sammeln, auszuwerten und zu benchmarken. Benchmarkingprojekte stehen aufgrund unklarer oder strittiger Definitionen vor dem Problem, Leistungen, Produkte und Kennzahlen unterschiedlicher qualitativer, quantitativer und inhaltlicher Dimensionen vergleichen zu wollen.

 

Ausgangssituation

Bezogen auf die Projektrealisation über eine Öffentlich-Private Partnerschaft spielt in Krankenhäusern die Phase des Betriebs eine besondere Rolle. Dies ergibt sich durch die unterschiedlichen, spezifischen Nutzungen (OP, Büros, Patientenzimmer, Schulungsräume, usw.) und den daraus resultierende Anforderungen. Die Bereitstellung der Infrastruktur kann im Krankenhaus durch Facility Management-Produkte beschrieben werden. Dort liegen erhebliche Einsparpotentiale, die auf Grund des Lebenszyklusansatzes im Rahmen einer Projektumsetzung durch ÖPP genutzt werden können.

Üblicherweise werden bei ÖPP-Projekten, die Verwaltungs- oder Schulgebäude betreffen, die Bewirtschaftungskosten anhand vorhandener empirischer Kosten für die Ermittlung des PSC abgeleitet. Diese Vorgehenswiese ist bei Krankenhausbauten nicht sachgerecht, da in der Regel mit dem Neubau von Krankenhäusern deutliche qualitative Steigerungen und technische Neuerungen verbunden sind. In der Regel führt das zu deutlichen Sprüngen in den Unterhaltungskosten. So sind z.B. aufgrund der qualitativ hochwertigeren Ausstattung im technischen Bereich Steigerungen bei den Stromkosten verbunden, die nicht allein aus pauschalisierten Zu- bzw. Abschlägen aus den bisherigen Kosten ableitbar sind. In diesem Zusammenhang bietet es sich daher an, auf Kennziffern von bereits im Betrieb befindlichen Vergleichsobjekten zurückzugreifen.

Durch die Kosten- und Leistungserhebung von Produkten der Gebäudebewirtschaftung und ausgewählter Leistungen des Tertiärbereiches (z. B. Krankentransporte und Verpflegung) von konventionellen und ÖPP-Hochbauprojekten soll die Kostenschätzung der Bewirtschaftungskosten des PSC und der ÖPP-Variante bei Wirtschaftlichkeitsuntersuchung auf ein methodisch stringentes und durch Realkosten fundiertes System gehoben werden.

 

Aufgabenbeschreibung

Aufgabe der PD ist, eine für den Krankenhausbereich gültige Kennzahlensystematik zu erarbeiten und Infrastrukturleistungen (Produkte) im Krankenhaus zu definieren. Diese standardisierte Definition von Leistungen ermöglicht, die Zusammenhänge zwischen Qualität, Kosten und Wirtschaftlichkeit transparent darzustellen.

Damit eine ausreichende Zahl valider Daten in die Erarbeitung der Kennzahlensystematik einfließen kann, werden Erhebungen von Betriebskosten im Krankenhausbereich durchgeführt werden. Auf der Grundlage der Kennzahlensystematik und der definierten Produktpalette kann künftig ein Benchmarking von ÖPP-Krankenhausprojekten und konventionell betriebenen Projekten erfolgen.

 

Vorgehensweise

In einer ersten Phase werden die Standards der zu erhebenden Bewirtschaftungsleistungen definiert. Die entwickelte Systematik wird am Markt auf Marktrelevanz, Aussagekraft und Umsetzbarkeit in der Erhebung und der Möglichkeit eines nachhaltigen Controllings der Kostenpositionen zurückgespiegelt werden.

Soweit die erste Phase erfolgreich abgeschlossen sein sollte, werden in einer zweiten Phase zunächst entsprechend der erarbeiteten Systematik die Kosten entsprechender Leistungen bei bereits realisierten Projekten erhoben. Darüber hinaus wird für zunächst drei Vergleichsjahre (Haushaltsjahre) diese Systematik angewandt, weiterentwickelt, gepflegt und aktualisiert.

Das Projekt lebt davon, dass die Anwender bzw. Betreiber von ÖPP-Projekten bei der Entwicklung der Kennzahlen beteiligt sind und somit ihr operatives, fachkundiges Wissen einbringen können.