Erstellung eines Standardmodells zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung für ÖPP-Hochbau-Projekte
Nach der Prüfung des Eignungstests ist die vorläufige Wirtschaftlichkeitsuntersuchung die maßgebliche Entscheidungsgrundlage, ob eine Hochbaumaßnahme konventionell oder anhand des ÖPP-Modells realisiert werden soll. Damit ist sie für den Projektleiter das zentrale Meinungsbildungs- und Entscheidungsmittel zur Beurteilung der geeigneten Vorgehensweise für die Umsetzung einer Infrastrukturmaßnahme.
Ausgangssituation
Zurzeit ist in Deutschland bei der Durchführung von Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen eine völlig uneinheitliche Vorgehensweise bei dem Barwertvergleich von konventioneller Beschaffungsvariante und ÖPP-Realisierung zu beobachten. Dies betrifft nicht nur die materiellen Inhalte, wie bei der Schätzung der voraussichtlichen Betriebskosten, sondern insbesondere die konkrete Abbildung der Berechnungsweise in Excel. Die unterschiedliche Güte und Betrachtungstiefe der Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen sind ein Hindernis für die Transparenz und Belastbarkeit der gefundenen Untersuchungsergebnisse und die Vergleichbarkeit der ÖPP-Projekte untereinander.
Um die Qualität der Abbildung einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung in Excel zu gewährleisten ist es sachgerecht, für die öffentlichen Auftraggeber in Deutschland ein Standardmodell zu entwickeln. Mit diesem qualitätsgesicherten Instrument sind sie zuverlässig und ohne redundante Beraterkosten in der Lage, die voraussichtliche Wirtschaftlichkeit einer ÖPP-Maßnahme einzuschätzen.
Nach Erstellung des Standardmodells für Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen in Excel soll die Verbreitung ohne Leseschutz der Verformelung erfolgen und die Struktur und Funktions- und Berechnungsweise transparent offen gelegt werden. Ein aussagekräftiges Benutzerhandbuch und die Möglichkeit von Schulungen sollen die Marktakzeptanz des Modells erhöhen.
Aufgabenbeschreibung
Erstellung eines transparenten (Excel-)Modells zur standardisierten Anwendung für vorläufige Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen. Dieses eignet sich zusätzlich zur Durchführung des Wirtschaftlichkeitsnachweises bei ÖPP-Hochbau-Projekten mit Einzelbaumaßnahmen, indem die prognostizierte ÖPP-Variante durch die verbindlichen Angebote ersetzt werden kann.
Vorgehensweise
Analyse und Definition der Anforderungen an ein Modell für ÖPP-Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen. Dabei soll die Festlegung des Flexibilisierungs- und Detaillierungsgrades sowohl intern als auch in Abstimmung mit ausgewählten Branchenexperten erfolgen. Das Standardmodell soll insbesondere die Vorgaben des Leitfadens »Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen bei PPP-Projekten« umsetzen und konkretisieren. Wesentliches Kriterium im Rahmen der Erstellung ist die Offenheit und Nachvollziehbarkeit des Modells, um eine transparente Darstellung der Berechnungen zu ermöglichen.
Die eigentliche Entwicklung des Finanzmodells beinhaltet die folgenden Entwicklungsstufen:
- Entwurf der Modellstruktur,
- Anlage der Eingabe-, Berechnungs- und Ergebnisblätter inkl. Sensitivitäts- und Szenarioanalyse,
- Erstellung der Modellverknüpfungen,
- Programmierung ggf. erforderlicher Makros für bestimmte Berechnungen bzw. zur Anwendersteuerung,
- Durchführung interner Konsistenz-, Plausibilitäts- und Vollständigkeitsprüfungen,
- ins Benehmen setzen mit dem Bund-Länder-Arbeitskreis Haushaltsrecht und Haushaltssystematik (wie beim Leitfaden »Wirtschaftlichkeitsuntersuchung bei PPP-Projekten«),
- Erstellung eines Benutzer-Handbuchs zur Anwendung des Standard-Finanzmodells,
- externes Audit des entwickelten Standardmodells inkl. Prüfung der korrekten und sachgerechten Abbildung der wesentlichen steuerlichen Effekte.


